Dem Heiligen Geist vertrauen

Die aktuelle Auseinandersetzung innerhalb der Kirche in Deutschland über das Thema der Zulassung evangelischer Christen zur Kommunion, die in einer Ehe mit einem katholischen Partner leben, zeigt eine Situation, die sich hier und auf der Ebene der Weltkirche wiederholt. So vieles in der Kirche wartet auf Veränderung. Es gibt viele, die im Vertrauen auf den Heiligen Geist, bereit sind Schritte der Erneuerung und Veränderung zu wagen, aber eine ängstliche Minderheit blockiert und bremst. Das gilt für andere Themen genauso: das wichtige Thema der Veränderung der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt, zum Beispiel. Es ist, meine ich, eine Frage des Vertrauens in den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist ist eine Gabe Gottes an uns. Die Kirche wurde an Pfingsten geboren.  Der Heilige Geist befähigt die Kirche das Evangelium unter allen Völkern zu verkündigen. Er überwindet Grenzen, einigt die Menschen und macht aus den Unterschieden keine Barriere sondern Reichtum. Er befähigt jeden Menschen, und ganz besonders jeden Christen, den Willen Gottes mit seinem Gewissen zu erkennen und ihm zu folgen. An diesen Heiligen Geist glauben wir!

Vor fast 60 Jahren hat Papst Johannes XXIII das Konzil angekündigt und wenige Zeit später einberufen. Johannes XXIII hat viele damit überrascht. Es ging ihm darum, dass die Kirche dem Geiste vertraue und sich öffne, um die Zeichen der Zeit zu verstehen und den Menschen besser die Frohe Botschaft nah zu bringen. Für die Kirche war das Konzil eine große Gabe des Heiligen Geistes, ein „neues Pfingsten“!

Heute ist Papst Franziskus dabei, die Kirche (nach einer langen „ängstlichen“ Phase)  wieder zu öffnen, damit sie sich den Herausforderungen unserer Zeit stelle. Die Kirche ist für die Menschen da, und nicht umgekehrt. Wenn wir dem Geist Gottes vertrauen,  wird Er uns zu neuen Ufer bewegen,  uns auf der Suche nach den Antworten für die „Fragen“ der Kirche unterstützen,  uns die Angst vor neuen Wegen nehmen,  uns fähig machen unseren Beitrag zu geben für die Gestaltung einer Welt, die nach Frieden, Gerechtigkeit und Einheit hungert.

Keine Institution braucht den Heiligen Geist so sehr wie die Kirche selbst. Denn – wie der Patriarch Athenagoras in einem sehr bekannten Text sagte – ohne den Heiligen Geist, wäre die Kirche „nur“ eine „gewöhnliche Institution“, die tote Buchstaben verteidigt und der Vergangenheit verpflichtet ist.

„Der Wind weht, wo er will… So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist“, sagte Jesus (Joh 3,8). Der Geist Gottes ist immer für eine Überraschung gut. Lasst uns an Pfingsten um die Gabe des Geistes für uns selbst und um ein neues Pfingsten in der Kirche bitten und offen bleiben für die Überraschung des Heiligen Geistes, der überall wirkt und  weht, wo Er will.

Frohe Pfingsten!
Jn
14.05.2018

 

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Über nunes2013

Sou assistente pastoral numa comunidade católica de língua portuguesa. Depois de ao longo de três anos (2013-2016) ter publicado reflexões sobre os evangelhos de domingo (que continuam aqui disponíveis), escrevo agora semanalmente pequenas reflexões a partir do texto bíblico da 1ª leitura do domingo (quase sempre do Primeiro Testamento). Por necessidade e por opção, gosto de reflectir semana a semana os textos que nos são propostos para as celebrações dominicais. Esforço-me por partilhar a minha reflexão aqui, nesta página, à terça-feira. Para além disso, escrevo sobre temas relacionados com e/imigração e sociedade multicultural. O meu nome: Joaquim A Marques Nunes. A minha sigla: jn (Não escrevo segundo as normas do novo acordo ortográfico!).
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